Samui? Samui! Notizen über mein Leben als Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Computerkauf Thaistyle Teil I

Ich habe ja nun (wer drei Praktikantinnen um sich hat die deutsche Texte nach Englisch und Thai übersetzen dürfen weiss, dass dieses “ja nun” eine ziemlich schwachsinnige deutsche Wortkonstruktion ist — ich nutz das trotzdem — Stillosigkeit als Stil) ein Notebook bestellt und das freundlich als neues Familienmitglied gemeldet/txp:gho_permalink. Ich dachte (die Verwendung des Präteritums deutet darauf hin, dass immer alles anders kommt als man es sich vorstellt, aber das wird man auch noch an der Länge des Eintrages sehen), dass das eine kurze einfache Sache wird — aus Erfahrung, ich bestellte bei “unserem” Firmenlieferanten J.R. nach Katalog. Ein Acer TravelMate 3212. Katalogbestellungen machen keine Probleme. Denkt man.

Das war vor exakt 2 Wochen.

Am Samstag vor zwei Wochen habe ich dann 6000 Baht angezahlt. Nicht bei J.R. sondern bei einem seiner Mitarbeiter, der kam.

Dann verging eine gemütliche Woche mit Netzwerkspielereien und Computerinstallationen. Ich dachte mir so, naja, das Ding kommt spätestens Freitag und dann gibts ein ekstatisches Wochenende mit zelebrierter Familienzusammenführung. Ich lebe ja schließlich seit Mai 2005 mehr oder weniger freiwillig/txp:gho_permalink ohne Computer im heimatlichen Hüttchen (ja, das geht, selbst wenn man Geek ist).

Am Freitag kam nichts. Naja, dachte ich mir, kommt er halt nächste Woche und du kuckst dir am Wochenende eben den Herrn der Ringe in der Special Extended Version an. Die Zeit kriegst du schon irgendwie rum. Tatsächlich brachte ich die Zeit irgendwie herum. Das ist aber eine ganz andere Geschichte. Jedenfalls kam der Montag und kein Computer und ich dachte mir (ich denke eine Menge wenn der Tag lang ist), man könnte ja noch ein bisschen warten. Schließlich ist es ein Notebook, das ist nicht so normal in Thailand und überhaupt: “In Thailand dauert alles etwas länger”.

Jedenfalls machte ich mir ab Mittwoch Sorgen und rief heute morgen beim Händler an. Und der sagte etwa Folgendes: “Ehm, I don’know you order and money, can you bring receipt for deposit?”. Hemm. Jain. Hab ich nicht (Regel Nummer 1: Immer eine Quittung geben lassen. Regel Nummer 2: Niemals nach 14 Monaten guter Geschäftskontakte annehmen, dass man sowas einmal nicht braucht). Jedenfalls setzte ich dann mal unsere Sekretärin drauf an die des Thais mächtig klarere Worte wählen konnte (Kaufkraft wirkt immer, wir haben hier inzwischen 6 Rechner und einen Drucker von J.R. stehen), so dass plötzlich das verschwundene Geld wieder da war und man sich auch an die Bestellung erinnerte. Man hatte sie vergessen.

Vergessen. Soso.

Wir beteten nochmal die Nummer des Computers runter (TravelMate 3212NWXMi) und er sagte, es wird in 3 Tagen geliefert.

Nach einiger Zeit klingelte das Telefon und das Notebook war nicht mehr erhältlich, ich solle doch mal im Internet die Seite von Acer öffnen und mir einen der dort angegeben Rechner aussuchen. Dies tat ich und machte eine kleine Liste mit einem TravelMate3212WXMi (die erstaunliche Namensgleichheit rührt aus einer Erweiterung des einjährigen internationalen Supports auf drei Jahre und einer Preiserhöhung um rund 6000 Baht) und einen Aspire 5033NWXMi (ein ganz anderer Rechner für weniger Geld) und rief wieder dort an. Ich hab natürlich erst den billigeren Rechner genannt, J.R. sagte er kuckt ob er verfügbar ist und rufe zurück.

Er rief zurück und meinte, ich solle doch mal ins Internet kucken und lies mich zu einem Rechner namens Aspire 3004NWLMi klicken. Meine Bestellliste enthielt aber nun mal Bluetooth und mindestens 512MB RAM, was dieses Weich-Ei nicht liefern konnte. Ich erklärte ihm in beruhigenden klar gefassten Worten, dass meine Kaufentscheidung auf einer bestimmten Leistungsfähigkeit verbunden mit Konnektivität beruht und er meinte, ich solle mal links in der Navigation (muahaha) auf 4260 klicken. Ich klickte und landete auf einem sauteuren Notebook das über eine bestimmte Leistungsfähigkeit verbunden mit Konnektivität verfügte.

Nun habe ich aber als armer kleiner Angestellter nur ein begrenztes Budget. Ich sagte also, dass ich dann doch lieber den 3212 hätte. Er war sehr verständnisvoll und sagte, der 3002 sei auch sehr gut. Ich erwähnte nochmal 3212 und lies ihn links in der Navigation auf 3210 klicken. Er meinte, ja, der seit verfügbar, kommt in drei Tagen und legte auf.

Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass ich nun genau jenes Notebook bestellt habe, das ich schon vor zwei Wochen bestellt habe.

Ich bin da sehr konfident.

Sicherlich werde ich bald wieder ein Notebook haben.

In Thailand läuft das eben manchmal etwas langsamer.

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