Thaksin spricht
Ich sehe mir gerade im Staatsfernsehen eine Rede vom care takenden Premierminister Thaksin Shinawatra an. Das ist ein bisschen gespenstisch, weil niemand klatscht. Die Kameras fangen die Zuhörer immer in dem Augenblick ein, wenn sie den Mund aufreißen um ausführlich zu gähnen. Das kann ganz lustig rüber kommen, wenn sie in ebendiesem Augenblick bemerken, dass sie im Fokus sind und sich entscheiden entweder in ihren Aktenkoffern zu kramen oder so zu tun als ob sie eigentlich zwischen den Zähnen kramen wollten.
Das Redethema scheint querbeet zu sein. Ich hörte vorhin sowas wie eine Rechtfertigung, dass im Süden ein Malay-Dialekt keine zweite Verwaltungssprache werden soll (“das ist kein Individualismus, das ist Nationalismus”), dann sprach er über Kasachstan (da war er wohl vor einigen Tagen um sich bei Putin einzuschleimen und der iranische Präsident war <txp:gho_permalink id=“668”>auch wieder dabei</txp:gho_permalink>). Außerdem ist der Export in den Iran um 16% gestiegen, was größtenteils an Reishamsterkäufen Irans in der Region liegt. Dann hatte er auch kurz über Futtaball und Tschörramanieh gesprochen, das aber wohl nur um auf das Problem der Wettsüchtigen hinzuweisen.
Derweil hat Thaksin sich in Kenia für den Bau eines Hotels beworben. Altersvorsorge?
Wie gesagt. Keiner klatscht. Gespenstische Stille. Gähnen. Thaksin steht vor einem sehr großen DDR-braunen Vorhang an einem Pult mit ein paar Blümchen. Spricht mal selbstüberzeugt und manchmal merkt man, wie er den Faden verliert, unsicher wird. Dann nimmt er seine Brille auf und starrt auf seine Notizen.
Er wirkt ein wenig verloren.
PS: Muaaahahaha, jetzt der Spruch: “Democracy … blablabla… demo crazy”. Der Mann hats wirklich drauf.
PPS: Jetzt wird er ja doch ein wenig lustig und bringt mitreißende Sprüche. Seine Claqueure lachen.
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.