Raubbau
Am Mittwoch konnte man im Staatsfernsehen in den Nachrichten einen längeren Bericht über Samui sehen. Unter anderem wurden Erdrutsche, kahle Stellen auf den Bergen und zwei Gebäude auf dem Gipfel des Berges hinter meinem Haus gezeigt. Seit rund einem Monat denke ich im Dunkeln immer, ein Flugzeug kommt über den Hügel geflogen, es ist aber nur ebendieses Haus, das festlich beleuchtet wird.
Sonst ist der Berg/Hügel (467m hoch, was sagt man da?) dunkel. Das ist auch gut so, denn das Gebiet ist Schutzgebiet. Waldschutz und Wasserschutz. Wenn ich das richtig verstanden habe. 34,000 Rai (1 Rai = 1.600 qm) von den 150,000 Rai die Samui an Grundfläche hat ist geschützer Wald. Trotzdem ist es Leuten gelungen, Grundstücke dort zu erwerben. Größtenteils unter der Vergabe von Geschenken an Ministerialbeamte. Es sind sowohl lokale als auch ausländische Property-Companies in den kleinen Skandal verwickelt. Da diese aber “mit nationalen Politikern Golf spielten”, haben sich wohl die lokalen Behörden gefürchtet, dagegen vorzugehen. Hierarchie ist immer noch das Wichtigste.
Interessant finde ich dabei die Tatsache, dass es auf Samui 280 Firmen (259 ausländische und 21 Thaifirmen) gibt, die sich mit Landerschließung und -handel beschäftigen.
Inzwischen hat man festgestellt, dass das nicht das einzige Grundstück ist, das illegal einen Besitzer bekommen hat. Gestern morgen flog der Umweltminister mit einem Hubschrauber das Gebiet ab (ich den Hubschrauber beim Gassi gehen knattern gesehen und mich gewundert, seit wann sie Rundflüge anbieten) und stellte dabei fest, dass auch noch Palmen und Bäume illegal gefällt wurden.
Nun werden alle Eigentumsverhältnisse auf Samui und Phang Ngan geprüft. Harte Zeiten für die Eigentümer. Und für die Beamten in den entsprechenden Behörden. Denn die werden auch gleich noch geprüft. Irgendjemand muss das ja abgenickt haben.
Mehr dazu in den News:
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.