Samui? Samui! David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Es regnet

Its raining

Its raining

So ein Regen ist eine gute Gelegenheit, mal wieder auf der Terasse rumzuwischen. Andererseits ist es nass. Sehr nass. Irgendwie hatte ich den April April immer als Monat im Hinterkopf, in dem wir so langsam auf die heissesten Tage des Jahres im Mai zu gehen und trocken bleiben.

Dann eben nicht.

Ebensogut können wir ja mal wieder einen Eintrag in diese ehrenwerte Publikation setzen und die Reaktionen des Publikums erwarten. Ich habe nämlich Leser. Das merkt man nicht an den Kommentaren hier im Blog, sondern an Emails, Telefonaten und Chatanfragen, warum denn “in deinem Blog oder wie du diese Webseite da nennst” nicht mehr geschrieben wird.

Nun: Ein Blog, das haben weise Berliner damals, 1997, als wir mit dem Bloggen anfingen, festgelegt, zeichnet sich durch regelmä?ige Einträge (Touche), Kommentare (Ha! Da!) und einen Feed (das kam später dazu, gibt es hier aber schon immer) aus. Sorgt ihr also mal für die Kommentare hier im “Blog”, dann schreibe ich auch wieder regelmä?ig(er).

Und damit meine ich Dich.

Was haben wir also in den an Einträgen armen ersten Monaten des Jahres verpasst?

Thailändische Farbenlehre: Manch einer nennt es Politik. Die Roten demonstrieren, die Gelben regieren. Zur Zeit. Manchmal demonstrieren die Gelben auch, dann sind deren Führer aber nicht mehr Gelb sondern “zivil”.

Den Flughafen wird wohl niemand der Demonstrierenden jemals wieder blockieren, die Roten haben es versprochen, denn jetzt bekommen die Leute (sowohl Demonstranten als auch Regierende) die Auswirkungen (Arbeitslosigkeit und leere Hotels) zu spüren.

Dumm gelaufen, aber man musste ja mal zeigen, dass man ernsthaft an der, ehm, demokratischen, ehm, Entwicklung des Vaterlandes interessiert ist.

Thaksin: Thaksin Shinawatra, für die weniger regelmä?ig mitlesenden Nicht-Thais, war einmal Premierminister Thailands. Das ist nichts Besonderes denn wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe, dann gab es 2008 4 verschiedene Premierminister in diesem Land (und das nicht gleichzeitig). Dann ist er noch der Präsident vom Golfverband. Und Flüchtling, denn er ist in einigen Verfahren der Angeklagte. Und diese Verfahren sind natürlich total gemein und unrechtmä?ig, weshalb er jetzt nahezu täglich Phone-Ins und Videoansprachen hält.

Bisher hat er in derartigen Reden immer nur gesagt, dass er die “mächtig einflussreiche Person die hinter dem Putsch steht und ihm schaden wollte” als “mächtig einflussreiche Person die hinter dem Putsch steht und ihm schaden wollte” bezeichnet und angedroht, dass, wenn man nicht fürchterlich lieb zu ihm ist, er dessen Namen, der mit P beginnt öffentlich nennen wird.

Als man ihn ignorierte und auslachte nannte er dann endlich Namen, die allerdings alle mit S begannen. Das sorgte nur kurz für Irritation, weil er dann trotzdem noch von der “mächtig einflussreichen Person die hinter dem Putsch steht und ihm schaden wollte” mit dem P am Anfang des Namens sprach. Die Namen mit den S’sen waren nur Warnschüsse und der mit dem P sollte das mal als Warnung ansehen. Kann ihm genau so gehen…

Vergangene Woche dann rückte er endlich zwangs anhaltender Ignoranz mit der Sprache raus und sagte Prem Tinsulanonda, der Vorsitzende des Geheimrats des Königs, wäre die “mächtig einflussreiche Person die … ihr wisst schon”. Das wiederum wussten alle schon lange, mal ganz abgesehen davon, dass der Geheimrat des Königs sich nicht an Putschen beteiligt auch wenn er sich an Putschen beteiligt.

Jetzt droht er damit, seine Staatsbürgerschaft abzulegen (Antwort des Au?enministers: Sag Bescheid wo ich deinen Pass abholen kann).

Ich bin verdammt gespannt wie diese Soap-Opera weiter geht. Irgendwie wird seit seiner Scheidung die Rolle seiner “besseren Hälfte” nicht befriedigend ausgefüllt. Man munkelt aber, die sei nur aus dramaturgischen Gründen in die Dunkelheit entschwunden.

Wir werden ja sehen.

Das Poolhaus: Das Haus in dem wir gerade leben ist ganz nett. Es gibt einen Pool der Abends romantisch beleuchtet wird. Es gibt nette Nachbarn, mit denen man reden und socializen muss. Es regnet nicht rein und der Strom ist im Preis inbegriffen (was sich nicht unbedeutend auf die Klimaanlagen- und Fernsehnutzung auswirkt) und relativ stabil.

Es hat kein Internet. Damn it. Beim Einzug sagte der Hausbesitzer “have Wifi”. Wifi hat es. Dummerweise nur ist das Netzwerk falsch konfiguriert und er hat keine Ahnung. Ahnung hat “the engineer” der (wie ich inzwischen herausgefunden zu haben glaube) weiblich und seine Geliebte ist. Die verlegen andere Kabel.

Neuerdings sagt mein Wifi beim Einschalten immer, dass meine IP schon vergeben ist.

Jedenfalls befinde ich mich wieder auf moderater Haussuche — nur nichts überstürzen. Internet muss da sein (wird diesmal vorher eruiert). Genügend Auslauf, Liegefläche und Strassenferne wird hundeseits benötigt. Und es sollte in einer Thaiumgebung liegen. Ich bin etwas müde von den deutschen Touristen der vergangenen Wochen. Dazu später mal was ;)

Irgendwie lerne ich bei der Häusersuche nicht wirklich. Das erste Haus war nett, aber zu weit draussen und ideales Angriffsziel für Leute, die mir halfen, Sachen zu verlieren. Das zweite Haus war nett, es gab aber nur Sexdauertouristen als Nachbarn, die dann, wenn sie ihre Frauen in den Wind geschossen haben, Besuch von deren Verwandten bekamen und lautstart die Nacht ruinierten — durchaus auch mal unter der Verwendung von Schusswaffen und Fensterscheiben.

Das dritte Haus war gut. Nur hat man dort gemeint, der Farang kann den Strom der gesamten Nachbarschaft mitbezahlen und ständig irgendwie die Miete erhöht. Das vierte Haus war perfect. Im Dschungel. Mit Garten und Internet. Nur war Strom dort Mangelware, besonders dann, wenn man ihn brauchte. Das fünfte Haus war auch sehr nett, hatte Internet und Strom. Auszuggründe werden in meinen Memoiren mal offenbart. Und das jetzt wird auch nicht das letzte Haus sein. Naja…

Die Kunst: Mir ist nicht so ganz klar, was mit Samui? Samui! passieren soll. Man muss sich ja entwickeln. Marketingmix. Monetizing. $NochEinSchlagwort$. Alles kann man ja auch nicht schreiben und ueber die Jahre schiesse ich nicht mehr so schnell. Da bleiben dann ganz tolle Einträge liegen bis sie nicht mehr aktuell sind und andere liegen auf der “Lass mal erst das neue Design fertig machen”-Halde. Am neuen Design arbeite ich seit Mai vergangenen Jahres.

Tja.

Wie auch immer.

Themen hätte ich viele.

Ich habe wieder einmal begonnen, Thai zu lernen. Also nicht das Reden und Verstehen, was viele Farangs hier stolz mit den Bardamen praktizieren sondern das mit Schreiben, Lesen und grundsätzlichen Verstehen.

Da gibt es so viele schöne kleine Details in dieser Sprache: man nehme nur mal bspw. narak. Das heisst “adorable” (en) oder “süss” (de). Eigentlich heisst es liebenswert. Denn das NA am Anfang des Wortes ist eine Erweiterung, die man an alle Verben setzen kann, um sie mit -able (en) oder -wert (de) zu erweitern. Ich habe das eines schönen Tages plötzlich kapiert (es fällt auf, wenn man ein paar gleich aufgebaute Worte findet und verwende es seither experimentell. Nagin fuer “essbar”. Das Wort scheint es nicht zu geben, wird aber trotzdem wegen des Systems verstanden.

Beim Lesen und Schreiben ist es schon komplizierter. Ich kann Thaiworte aus den Zeitungen in Silben trennen (es gibt keine Leer- oder Satzzeichen im Thai) und erkenne die meisten A-Vokale.

Ich sollte ein Buch über Thai schreiben.

Egal.

Seit gestern habe ich eine Videokamera (ich soll Camcorder dazu sagen, wurde mir mitgeteilt). Der erste Film ist nicht publikumsfrei, aber ich werde die Hunde mal verfilmen. Das nur am Rande ;)

Das Privatleben ist auch eine Soapopera. Um das hier alles niederzuschreiben müssten die Teilnehmer aber erst einmal vollumfänglich informiert werden.

Ich sollte ein Buch über mein Leben schreiben.

Es regnet.

?brigens sagen mir neuerdings immer mehr Leute, ich wäre ausgewandert. Interessant. So habe ich das nie gesehen. Nach 4.25 Jahren im Land des gezwungenen Lächelns kann ich das aber nicht mehr ganz von der Hand weisen.

Ein bisschen leid tut mir ja, dass ich damals noch keine Videokamera hatte. Man haette da so eine schöne Dokumentarreihe draus machen koennen. Mit Vorbereitung, “Zweifel”, schnell noch die CDs als MP3 aufs Notebook laden, dann hin, Hitze, Geckos, Einbrüche, Morde, Aufstieg, Fall und dann so ein Open End Ende… Cliffhanger. Wie geht es weiter?

Ich sollte ein Buch über Aussteiger und -wanderer schreiben.

Das Hauptproblem bei Allem ist ja, dass Samui? Samui themenmä?ig auf Samui festgelegt ist. Mein Leben in Chiang Mai unter einem Samui-Titel wäre sicherlich erklärenswürdig. Auf der anderen Seite ist eines der vielen Features das man mit meinen Diensten einkaufen kann der komplette Umzug von Inhalten einer Domain zu einer anderen mit Wiederherstellung (oder Verbesserung) des bisherigen Rankings in den Suchmaschinen.

Egal. Spekulation.

Es regnet immer noch.

Werter Leser, danke dass Sie bis hier gelesen haben. Ich will ja Ende des Jahres einen Kalender fuer 2010 (oder 2553 wie wir Thais das Jahr gerne nennen wollen) mit Bildern aus Samui heraus geben. Interesse? Ich glaube, mit einer gewissen Anzahl an Vorbestellungen wäre die Motivation viel höher, die Produktion voranzutreiben. Ich rede hier von einem Kalender zum an die Wand Nageln.

Hier noch ein Bild das mich, allerdings vor ein paar Tagen, zeigt. Heute seh ich schon wieder ganz anders aus. Ein alter Bart.

Me now

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