Flugstunden
So. Vor ungefähr einer Stunde verlie? meine Maus plötzlich der batteriell betriebene Strom. Ich dachte mir, fährste schnell heim und holst neue, so ne Unterbrechung kann nicht schaden. Gedacht, getan. Ich fahre vor mich hin, auf unsere Waldstra?e hinauf. Mir kommt ein Laster entgegen, sehr schnell. Das war nicht etwa das erste Mal, dass ich einen Laster auf der Gegenspur hatte, also bremste ich ein bisschen und fuhr weiter links. Der Laster beschleunigte, fuhr an mir vorbei. Mit ihm kam ein Schwall Luft, der mich nach links drückte, ich bremste, dummerweise auf einer Sandspur.
Das nächste das ich genau wei?, ich sitze im Gras, neben mir mein Moped leise tuckernd, meine Brille irgendwo im Gebüsch. Zwischen dem Laster und dem Gras hörte ich Glas splittern, meinen Helm wegfliegen und sah mein Moped über mir. Kurz darauf kamen zwei Thais auf einem Moped, halfen mir auf, stellten alles wieder auf und fragten, ob alles in Ordnung sei. War es, ich fühlte das Blut über die Augenbrauen flie?en, aber es war in Ordnung. Meine Brille stellte sich nach kurzem Suchen als intakt heraus, was ich splittern hörte, war der Spiegel des Mopeds. Ich packte mich zusammen und fuhr heim.
Nicht dass wir uns falsch verstehen. Ich bin brav ne 30 gefahren, so schwer kann das ganze Geschehnis nicht gewesen sein. Dass der Laster trotzdem eine solche Wucht entwickeln würde, habe ich nicht erwartet. (Ich hätte auch nicht erwartet, dass der Laster anschlie?end seelenruhig weiter fährt.)
Jedenfalls habe ich zuhause ein wenig an mir rumgedoktert, Bestandsaufnahme gemacht (rechter Zeigefinger abgeschabt, beide Ellenbogen (oder eher Unterarme?) aufgeschlagen, Nase zerkratzt, Sch??rfwunde an der Stirn, beide Handfl??chen aufgeschürft, Hose ehemals grau nun grün.), die Wunden desinfiziert (Leute, glaubt nicht, was auf der Verpackung von Hansaplasts Desinfektionsspray steht! Es brennt wie Sau!) und mein Selbstbewustsein gestreichelt.
Jetzt sitz ich wieder auf Arbeit, versuche den rechten Zeigefinger nicht zu verwenden und mein Notebook nicht allzusehr mit den Handflächen zu beschmieren. (Ich hätte gedacht, dass die Wunden schneller trocknen.)
Ich glaube Mopedfahren macht immer noch Spa?, gibt ja nicht nur Laster hier im Verkehr, aber eventuell sollte ich es etwas langsamer angehen lassen in nächster Zeit (so das überhaupt geht). Und was passiert wäre, wenn ich wie gestern ohne Helm gefahren wäre, da mag ich gar nicht dran denken.
Kinder: Tragt immer einen Helm im Stra?enverkehr!
PS: Und keine Bitterschokolade mehr im Haus. Schrecklich.
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.