Nächtliche Zeremonien
Ganz Thailand trägt Gelb — die Farbe des Königs weil er an einem Montag geboren wurde. Am Freitag hielt der König eine Generalaudienz für das Thailändische Volk (Bangkoks Verkehr stand still und die Menschen stauten sich 2km weit vom Balkon auf dem der Köndig und die Königin standen) auf der er unter anderem Folgendes sagte:
I feel heartened by unity and would like to remind all about some underlying principles to guide Thai citizens in joining together to preserve and develop their country to new heights of prosperity.
First, everyone should show kindness and compassion to ensure the mental and physical well being of one another.
Second, people should strive to cooperate for the mutual benefit of oneself, others and the country.
Third, everyone should uphold honesty and observe rules and traditions with impartiality.
Fourth, everyone should adhere to righteous thinking and act reasonably.
If Thai citizens think and act in an agreeable and constructive manner, then the country will surely thrive.
Everyone in the public audience and all Thai citizens should strictly follow these principles and propagate them in perpetuity so the country can remain in peace and happiness for the present as well as the future.
Ich mag Subtilität.
Gestern war der Tag größtenteils mit religiösen Zeremonien gefüllt. Am Abend dann gab es eine Zeremonie in der Großen Thronhalle in der der König und die Königin in der Mitte saßen und die Mitglieder der Königsfamilie und ranghohe Thais hierarchisch sortiert im Rechteck um das Königspaar standen und Kerzen herumreichten, mit den Kerzen dreimal vom Körper weg (oder zum Körper hin, so genau konnte man es nicht erkennen) wehten und dann mit der flachen Hand kurz zum Königspaar hinfächerten. Dann wurden die Kerzen nach links zum Rangniedrigeren weitergereicht. Wieviele Kerzen im Spiel waren konnte ich nicht erkennen (die Fernsehbilder sind trotz des einzigartigen Anlasses sehr schlecht und übersteuert, die Kameras des staatlichen Fernsehens blenden sich immer gegenseitig), es waren aber mehr als 10. Das Ganze ging so lange bis die Kerzen heruntergebrannt waren. Sehr lange. Dazu gab es traditionelle Musik. Entweder war sie ohrenbetäubend, schräg und asynchron oder der Tontechniker alkoholisiert. Leider war keine meiner Quellen erreichbar um zu klären, was da vor sich ging.
Anschließend gab es dann noch ein nächtliches Feuerwerk über dem Chao Praja. Auch das wieder war nur ein Genuss für die Leute vor Ort, denn der TV-Regisseur war wohl ein “Junger Wilder” — man hatte immer mindestens zwei Bilder übereinander gelegt und nie einen Gesamtüberblick.
Jedenfalls ist es eine Zeit voller wunderlicher Zeremonien. Heute ist nochmal ein buddhistisch zelebrierter Feiertag, Montag und Dienstag sind dann weltliche Feiern, die mit den Monarchen (und deren geschickten Sprösslingen) der Welt gefeiert wird.
PS: Tief in der Nacht dann noch ein Telefonat mit einer meiner Quellen zur Zeremonie im Thronsaal.
Sie (Quelle): Oh, thats because his anniversary.
Ich: I know. But what did they do?
Sie: It is somesome they make only once in a, ehm, in a, ehm…
Ich: Once per 60th anniversary of a monarch, that happens not often, I know.
Sie: Yes, not often
Ich: But what did they make with the candle.
Sie: Oh, that looked like (brabbelt irgendwas auf Thai)…
Ich: Häh?
Sie: (brabbelt irgendwas auf Thai) — thats like the Buddhaday but he no Buddha, he the king! They give their own merrit to him and wish him well.
Das sah schon so aus, als ob sie ihm etwas abgeben. Mal sehen was die anderen meinen.
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.