Going postal
Seit einigen Wochen kommt die Post nicht mehr in meinem kleinen Haus an. Früher hat das eigentlich relativ gut funktioniert und ich bekam eine Postkarte pro Jahr, ziemlich genau 10 Tage oder 6 Wochen nach dem Versenden aus Deutschland beispielsweise, nun kommt gar nichts mehr an. Allerdings weiss ich von zwei Postkarten, die seit einigen Monaten auf dem Weg sein dürften.
Ich vermute mal, dass der Inselpostbote begonnen hat, eine Sammlung kontemporärer Postalien zu erstellen. Sowas haben wir noch nicht auf der Insel, das bringt immer Touristen.
Das mit der Post in Thailand ist sowieso so eine Art Gottesbeweis: Ich habe noch nie auch nur einen thailändischen Postboten gesehen, die Post kam trotzdem an. Irgendwas oder irgendwer muss da also sein. Nun also auch das nicht mehr (lang lebe Nietzsche).
Ich könnte mich ja irgendwo beschweren, das würde aber zweifellos zu unschönen Szenen mit dem Postboten und Gesichtsverlust selbigens führen und sowieso die ganze Mystik aus der Sache nehmen. Au?erdem fände ich es unschön, eines Nachts im Verlauf eines Racheakts von Postkarten zerritzt zu werden.
Also werde ich mich wohl oder übel um ein Postfach bemühen. Das wiederum dürfte ein grösseres Abenteuer werden, denn neulich auf der Post erhielt ich ein freundliches Lächeln und ein blankes “no hepp”, was man ungefähr mit “ich habe jetzt keine Lust, mich intensiver mit dem fetten Farang zu beschäftigen” übersetzen kann, von der unsüssen Briefmarken-Thai auf meine Frage nach einer Post- oder P.O.Box.
Dass es sowas hier gibt weiss ich. Man muss nur ran kommen und nicht unbedingt in einem ungünstigen Zeitpunkt in der Post aufschlagen. Was solls. Es wäre ja ein langweiliger Herbst, immer nur Sonne, Palmen und Strand…
Verschont mich also für eine Weile mit eurer reichhaltig eingehenden Fanpost.
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.