Gezeichnet. Gesegnet. Unerwartet.
Seit gestern ist der freie Platz vor meinem Haus zur Partyfläche umgewandelt worden. Eine Menge Bänke. Eine Bühne. Und Tische und vielerlei Kochutensilien. Ich seh das ziemlich gelassen denn es wurde mir angekündigt (nachdem man es aufgebaut hatte ;]) mit “We will disturb you for two days” und einem Thai-Smile allerbester Qualität.
Und so wurde gestern Nacht* schon mal in den Silvester reingefeiert. Erstaunlich leise.
Heute morgen dann machte ich mir eine Tasse Kaffee und wollte auf meine Veranda spazieren und die Sonne genießen. An der Tür stand dann plötzlich ein Mönch vor, grinste mich an und machte die Tür vor meiner Nase zu. Ich versuchte meinen Kopf unterhalb seines Kopfes zu halten** (was bei thailändischen Mönchen als Gegenüber seltsam aussehen kann) und beobachtete. Er grinste weiter (grinsende Mönche führen generell keine Machete mit sich). Dann brachte ihm jemand einen Stuhl, er stieg darauf und begann mit den Fingern meine Scheibe zu bemalen. Das dauerte eine Weile, dann lief er einmal um mein Haus und bespritzte es mit Wasser und verschwand so unerwartet wie er kam.
Gesagt hat mir niemand was. Und so sitze ich wieder als dummer kleiner Farang hier und wundere mich, was es mit den Zeichen auf sich hat. Es stinkt ein wenig nach Jasmin und anderen Blümchenkram.
Viele Häuser sind von Mönchen geweiht. Ist also was ganz normales und diese Zeichen sieht man überall. Was mich nur etwas verwundert ist, dass sie ein offensichtliches Faranghaus segnen.
Ich werde berichten.
* Nacht, thailändisch. Zeit von Sonnenuntergang (ca. 18 Uhr) bis 22 Uhr. Länger schaffen es “echte” Thais nicht wachzubleiben. Alles andere hat Beachstreet-Erfahrung.
** Man sollte immer niedriger gestellt sein als Mönche und der König.
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.
