Samui? Samui! Notizen über mein Leben als Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Hörschwelle

Gestern morgen erwachte ich mit einem seltsamen Gefühl im Ohr. Das war mir neu. Seltsame Gefühle in verschiedenen Körperteilen sind mir nur zu gut bekannt aber das Ohr war bisher unbetroffen. Nun also die Gehörgänge. Kein Problem dachte ich mir, brühte einen Kaffee und beschäftigte mich mit meiner tälglichen Morgenlektüre. Gegen Mittag begann das Ohrinnere dann zu schwellen. Gegen Abend war der Inhalt meines Ohres so geschwollen, dass man mit keinem Fremdkörper mehr hineinkam und dann kam der Schmerz. Am Ende war es dann so schlimm, dass jede Bewegung meines an schallleitenden Massen reichen Körpers in einem schmerzenden Ohr endete. Die Nacht verbrachte ich dann abwechselnd wach wegen einer unangenehmen Drehung oder wach weil ich meinen eigenen Puls hämmern hörte.

Schmerz gebäret Tat und so fand ich mich heute morgen betäubt (zur Hälfte taub und zur Hälfte vom schmerzbetäubt) im Hospital ein. Dort ward ich gleich von einer Schwesternmeute umgeben, von denen sich die Älteste (Typ Oberschwester Hildegard Thaistyle) für mich behauptete. Sie sprach für ihr Alter äusserst untypisch blendend Englisch, lies mich ein paar Papiere ausfüllen, mass meine Temperatur (niedriger als die Außentemperatur), Blutdruck (260 zu 89 — is this normal for you?) und mein Gewicht (die Pillen die ich neuerdings zu mir nehme haben einen Gewichtsverlust von 6 Kilo in 4 Wochen gebracht). Dann wurde ich einer jungen aber leider recht unattraktiven Ärztin vorgestellt (warum sind die wichtigen Menschen immer alle hässlich?) die mir genüsslich ihr Kuckrohr ins Ohr hämmerte.

Jedenfalls endete ich mit der Diagnose Infektion (“what? you don’t go swimming or diving? how do you got it then? — maybe i heard the wrong things.) und jeder Menge Antibiotika sowohl oral als auch ohral (wir Kenner sagen gerne aural) einzunehmen (besonders fies: die Ohrentropfen müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden, was die Tropfen im Ohr dann ein recht kühles Vergnügen sein lassen). Und ein paar “painkiller”-Tabletten. Ich wusste gar nicht, dass das ein medizinischer Fachbegriff ist. Die Arztkosten sind erstaunlich hoch gewesen. Krebs möchte ich hier nicht kriegen. Die Tabletten werden aus der Verpackung genommen und genau abgezählt. Vermutlich kostet dieser Service auch noch extra. Naja. Fürs nächste Mal weiss ich dann, welche Pillen ich in der Pharmacy an der Ecke billiger kaufen kann. Und kommende Woche muss ich natürlich nochmal hin. Den Farang kann man ruhig doppelt abzocken.

Macht aber nichts. So pillenbestopft ist mir das eh egal.

comments powered by Disqus