Samui? Samui! Notizen über mein Leben als Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Sarah Brightman

UBC (oh, ah, warte, es hei?t jetzt true Visions) ist sowas wie premiere für Arme. Also das premiere von vor drei Jahren, was Anderes kenne ich ja nicht. Auf thematischen Spartenkanälen werden nette “Hitserien” aus allen möglichen Ländern (nur nicht Deutschland, was uns das wohl zu sagen hat) je nach Paket verschlüsselt oder unverschlüsselt ohne Werbeunterbrechung dreimal täglich ausgestrahlt, nur um dann die verbleibende Zeit bis zur nächsten vollen Stunde mit Eigenwerbung zu füllen. Darüber (UBC (oh, ah, warte, es hei?t jetzt true Visions)) wollte ich schon länger mal schreiben. Jaja. Die Zeit. Die normalen Thaikanäle gibt es natürlich auch noch.

Jedenfalls: Wenn die Folge einer Serie auf true Visions series nur 35 Minuten lang ist, dann bleiben 25 Minuten für Trailer der anderen Kanäle (“Abenteuer Leben” — eine amerikanische Miniserie über Spermien die ein Ei befruchten das sich dann in aufregenden Animationen zum Baby entwickelt, was wiederum von Einspielern eines weiblichen thailändischen Leinwandstars unterbrochen wird, der anscheinend kurz vor dem Ploppen steht, Videos der “akademy fantasia”-Stars und Verständnisheischtrailer von UBC, was jetzt true Visions heisst — mit Clown und Luftballon).

Leider gibt es häufig nicht soviele Trailer, wie es Zeit gibt und so strahlt man eine Folge von “Jukebox”, einem normalerweise 10 Minuten langen Lückenfüller aus, in dem erst das Entstehen eines Videos dokumentiert wird, nur um dann das Video selbst zu zeigen. Hin und wieder kommt der geneigte Fernsehbetrachter mangels Zeitmangels dann in den eher fragwürdigen Genuss einer Spezialausgabe mit Sarah Brightman. Da wird dann kein Video erklärt, sondern 10 Minuten lang erzählt, wie sie von ihren einfachen Anfängen (einem Popvideo in den späten Achtzigern in Stretchhose) über “den Guinness-Rekord für die meisten in Deutschland verkauften Singles aller Zeiten” (ist das ein aktueller Anspruch?) zu so seltsamen Poptechnoklassik-Stücken wo sie Kolloraturen in seltsamen Kostümen singt und mit gro?en Augen an der Kamera vorbei sieht (wie Orlando in der filmischen Ringtriologie). Ich finde ja, mit bestimmten Knochenstrukturen am Schädel sollte man gewisse Kamerawinkel und “Gesichtsausdrücke” vermeiden oder verbieten.

Jedenfalls wird da kräftig geprotzt mit ihren ganzen Erfolgen und dass sie ja ein ganz normaler Mensch ist (sie sitzt in Trainingshose im Studio und iss ein Bagel) und überhaupt ganz total super toll und hoch singt und man bringt Ausschnitte aus Konzerten wo sie Songs singt, die normalerweise von den drei Tenören gesungen werden (das habe ich früher auch gemacht).

Mit dem Titelsong aus dem “Phantom of the opera” in einem Video das von der Bildqualität und Ausführung an die späten Achtziger erinnert endet das Ganze dann immer.

Mein dringender Appell an alle amerikanischen, britischen, französischen, australischen und tschechischen Hitserien: Bitte, macht eure Folgen mindestens 41 Minuten lang. Dann hat Sarah keine Chance mehr, meinen Morgen zu, ehm, bereichern und sich den Thais in Verbindung mit Deutschland einzuprägen. Dann bringt man nämlich kürzere Videos von Thaistars und der Dings… hier Hotelerbin… Paris Hilton… auch nicht intelligent (in der Aussage) oder schön aber kürzer.

Hin und wieder wünscht man sich einen kleinen Putsch herbei. Da gibts wenigsten Trailer mit Inhalten im Fernsehen zu sehen.

PS: So. Und nun mal Butter bei die Fische — Wer hat “Time to say Good-Bye” in der CD-Sammlung? Das ist ein prioritäres Ausschlusskriterium hier…

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